Meteorsteine


Meteorsteine

Meteorsteine, Meteorolithen Aërolithen, steinartige Massen, welche zuweilen in Begleitung feuriger Erscheinungen (Feuerkugeln) aus den Höhen der Atmosphäre auf die Erde herabfallen. Solcher Steinfälle erwähnen schon die Griechen und Römer, sowie die Berichte aus dem Mittelalter bis herauf ins vorige Jahrh. Da erst fing man an, dieselben wegzuleugnen und den Glauben daran zu verspotten. Endlich gegen Ende des Jahrh. wagte es Chladni, sich der M. wieder anzunehmen u. seitdem haben zahlreiche Beobachtungen die Existenz derselben außer allen Zweifel gesetzt. Die Feuerkugeln erscheinen in bedeutender Höhe zuerst als leuchtender Punkt, der sich mit außerordentlicher Geschwindigkeit fortbewegt und sich zu einer feurigen Kugel ausbildet, welche endlich mit starkem Getöse in mehre Stücke zerspringt, die noch heiß und mit einer dünnen schwarzen Rinde überzogen als M. herabfallen. Die Geschwindigkeit dieser Feuerkugeln ist außerordentlich groß und zuweilen der der Erde in ihrer Bahn gleich. Einen Hauptbestandtheil aller bildet das Eisen; außerdem finden sich in ihnen Nickel, Kieselerde, Schwefel, Phosphor, Wasser, Kohle, Chrom, Kali, Natron, Kalk, Magnesium, Alaunerde, Mangan, Kobalt, Kupfer u. Zinn; zuweilen bestehen sie auch ganz aus gediegenem Eisen (Meteoreisen). Die Größe der M. ist sehr verschieden, von einigen Quentchen bis zu mehren hundert, ja mehren tausend Pfd. Ueber den Ursprung der M. haben sich 4 Ansichten geltend gemacht: 1) sie seien Auswürflinge von Erdvulkanen; 2) sie bildeten sich in der Atmosphäre aus von der Erde aufgestiegenen mineralischen Dünsten; 3) sie seien Auswürfe von Mondvulkanen; 4) sie seien kosmischen Ursprungs, d.h. selbständig im Raume sich bewegende Körper, die in die Nähe der Erde gekommen von dieser angezogen würden. Die 4., zuerst von Chladni 1819 ausgesprochene Ansicht, ist diejenige, die am wenigsten gegen sonst bekannte Gesetze der Naturlehre verstößt, daher die wahrscheinlichste und auch von Alex. v. Humboldt vertheidigte.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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  • Meteorsteine — (Meteorolithen, Aërolithen), die nach Zerplatzung der der Erde nahe genug kommenden größern Feuermeteore (s. Meteore) herabfallenden Körper. Sie fallen gewöhnlich unter Entwicklung von Licht u. Schallphänomenen od. aus plötzlich sich bildendem… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Meteorsteine — Meteōrsteine, Mondsteine, Meteoriten, Meteorolithen, Aerolithen, Uranolithen, steinartige oder metallische Massen, die, von Sternschnuppen herrührend, einzeln oder in Menge auf die Erde fallen. Die Steinmeteorite sind hauptsächlich aus Silekaten… …   Kleines Konversations-Lexikon

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  • Эйхвальд, Эдуард Иванович — (Carl Eduard Eichwald) д. c. c., профессор зоологии и минералогии в С. Петербургской медико хирургической академии и профессор палеонтологии в Горном институте; родился 4 июля 1795 г. в Митаве, умер 4 ноября 1876 г. Первоначальное образование Э.… …   Большая биографическая энциклопедия

  • Шнауберт, Иван Андреевич — ординарный профессор химии в Харьковском университете, род. около 1781 г. в Гиссене, в Гессенской области. Обучался в химическом институте в Эрфурте, получил степень доктора философского факультета в Иене в 1803 г., состоял членом многих ученых… …   Большая биографическая энциклопедия

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