Spanische Sprache


Spanische Sprache

Spanische Sprache, die, war im 16. und 17. Jahrh. in Folge politischer Verbindungen sammt der span. Literatur bei uns ziemlich bekannt, wurde uns im 18. Jahrh. fremd und erst im laufenden durch die Romantiker sowie durch das wachsende Interesse für alles Nationale wiederum näher gebracht. Ob das Baskische (Escuaria) die Ursprache der Bewohner der pyrenäischen Halbinsel gewesen sei oder nicht, ist ungewiß; das heutige Spanische entwickelte sich aus der lingua rustica romana seit dem Eindringen der Westgothen und Araber in der Art, daß das Lateinische entschieden vorherrschend blieb u. germanische Namen, besonders aus dem Gerichts- und Kriegswesen, in sich verschmolz, das Arabische aber auf die Aussprache Einfluß ausübte und manche arabische Worte, besonders aus dem Gebiete der Wissenschaft, Industrie, des Handels u.s.f., Bürgerrecht erhielten. Das span. Romanzo zerfiel in 3 Hauptmundarten, nämlich in die limosinische od. provençalische, die Sprache der Troubadours, Landessprache in Aragonien, Catalonien, Valencia und Murcia; dann in die in Nord- und Mittelspanien einheimische castilische und endlich in die ihr verwandte galizische, gesprochen längs den Küsten des atlantischen Meeres, die Mutter des Portugiesischen. Herrschend wurde die castilische Mundart, weil die Castilier auch den Kern der Nation ausmachten; die Ausbildung derselben ließ en sich viele Schriftsteller sowie die Akademie angelegen sein und sie hat sich als Geschäfts- und Büchersprache bis heute auch im größten Theile von Mittel- und Südamerika, auf einigen westindischen sowie auf den kanarischen Inseln u. auf den Philippinen erhalten. Daß das Spanische dem Italienischen an Wohlklang nichts nachgebe, dabei aber zugleich kraftvoll, bestimmt u. doch sein u. würdevoll sei, hierüber sind die Gelehrten einig; der Reichthum an Bildern, Wortspielen und Sprichwörtern muß jedem auffallen, der auch nur wenige Dichter liest. Die Geschichte der s. S. behandelten B. Aldrete (Rom 1606) und Mayans y Ziscar (Madr. 1737), der Vater der span. Grammatik, Orthographie u. Rechtschreiblehre war Antonio de Nebrija oder Lebrija, zu Isabella's Zeit eine Zierde der Literatur; große Verdienste um die Reinheit und Ausbildung des Spanischen erwarb sich die 1713 von Philipp V. nach dem Muster der französ. gegründete spanische Akademie, deren großes Wörterbuch mit den Abhandlungen über Orthographie seit 1726 oft herauskam und deren Reformen allgemein angenommen wurden. Die beste spanische Grammatik lieferte in unserer Zeit Vicente Salva, der auch das Wörterbuch der Akademie verbessern half; für uns Deutsche sind außer Diezens trefflicher »Grammatik der roman. Sprachen« (Bonn 1836–1841) brauchbar die Grammatiken von Fromm, Charanza, Keil und Fuchs, die Wörterbücher von Franceson, Wagener und Seckendorf.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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