Deismus

Deismus

Deismus, vom lat. deus oder Theismus vom griech. θέος heißt allgemein im Gegensatz zum Atheismus der Glaube an einen persönlichen Gott, näher jedes Lehrgebäude, welches einen außerhalb der Welt u. derselben unnahbar gegenüber stehenden Gott aufstellt. Historisch hat sich der D. im engern Sinne im Islam festgesetzt. In mehr oder minder unwissenschaftlicher Form und vorherrschend als Feindseligkeit gegen die geoffenbarte Religion repräsentirten den vernunftgläubigen D. zunächst die engl. und französ. Deisten, die sogen. starken oder Freigeister, deren Ansichten durch Uebersetzungen und die Encyklopädisten in der ganzen civilisirten Welt Verbreitung fanden. Die bekanntesten engl. und franz. Deisten: Cherbury, Hobbes, Blount, Shaftesbury, Toland, Collins, Wolstoon, Tindal, Morgan, Chubb, Bolingbroke, Voltaire, Rousseau. Vergl. Lechler »Geschichte des engl. D.«, Stuttgart 1841; J. A. Starck: »Triumph der Philosophie im 18. Jahrhdt.«, 3. Aufl. von Binder, Regensburg 1847.


http://www.zeno.org/Herder-1854.

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  • Deïsmus — (v. lat., eigentlich vom Theismus nur insofern verschieden, als D. vom lat. deus, Theismus aber vom griech. ϑεός herkommt), 1) der religiöse Glauben, welcher das Dasein Gottes annimmt, Gott aber nur unter dem allgemeinen Begriffe der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Deïsmus — (lat.), das System, das einen von der Welt nicht bloß geschiedenen (im Gegensatze zum Pantheismus), sondern auch verschiedenen, ihr äußerlich gegenüberstehenden Gott als letzte Ursache aller Dinge lehrt, aber (im Gegensatze zum Theismus) annimmt …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Deïsmus — (vom lat. deus) oder Theïsmus (vom grch. theós), im Gegensatz zum Atheïsmus der Glaube an einen Gott als den letzten Grund aller Dinge; der D. denkt diesen als Schöpfer, aber ohne nachmalige Einwirkung (durch Offenbarung und Wunder) auf die… …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Deismus — Thomas Hardy: Joseph Haydn, 1791. Der österreichische Komponist beschrieb im Oratorium Die Schöpfung ein deistisches Weltbild: Gott erschuf die Erde, einschließlich des Menschen. Damit endet das Oratorium: Gott greift später nicht mehr in sein… …   Deutsch Wikipedia

  • Deismus — De|ịs|mus 〈m.; ; unz.; Philos.〉 religionsphilos. Anschauung, die aus Vernunftsgründen einen Weltschöpfer anerkennt, aber den Glauben an sein weiteres Einwirken auf das Weltgeschehen ablehnt [zu lat. deus „Gott“] * * * Deịsmus   [zu lateinisch… …   Universal-Lexikon

  • Deismus —    (lat. = Gottesauffassung), jenes Denken über Gott, das an seiner Existenz u. Personalität festhält, auch die Welt mit ihren natürlichen Abläufen (”Naturgesetzen“) als seine Schöpfung annimmt, aber jedes weitere Eingreifen Gottes in diese… …   Neues Theologisches Wörterbuch

  • Deismus — De|ịs|mus 〈m.; Gen.: ; Pl.: unz.; Philos.〉 religionsphilos. Anschauung, die aus Vernunftsgründen einen Weltschöpfer anerkennt, aber den Glauben an sein weiteres Einwirken auf das Weltgeschehen ablehnt [Etym.: <lat. deus »Gott«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Deismus — De|is|mus der; <zu lat. deus »Gott« u. ↑...ismus> Gottesauffassung der Aufklärung des 17. u. 18. Jh.s, nach der Gott die Welt zwar geschaffen hat, aber keinen weiteren Einfluss mehr auf sie ausübt …   Das große Fremdwörterbuch

  • Deismus — De|ịs|mus, der; <lateinisch> (Gottesglaube [aus Vernunftgründen]) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • Aufklärung — Daniel Chodowiecki 1791: Im Moment der Aufklärung, zu dem die Göttin der Erkenntnis, Minerva, das Licht spendet, finden die Religionen der Welt zusammen. Aufklärung steht im alltäglichen Sprachgebrauch für das Bestreben, durch den Erwerb neuen… …   Deutsch Wikipedia

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